Lymphatische Organe
1. Thymus:
- Von der Kapsel gehen Trabekel aus, welche den Thymus in Läppchen unterteilen; in den Septen verlaufen dabei die Arterien
- Die Läppchen bestehen aus einer wegen der Lymphozyten dunklen Rinde und einem helleren Mark
- Der Thymus besitzt keine Lymphfollikel und keinen Randsinus
- Das Stroma wird nicht von Fasern sondern von einem aus verzweigten epithelialen Zellen bestehendem Maschensystem gebildet; der Thymus ist also im Gegensatz zu den meisten anderen lymphatischen Organen kein lymphoretikuläres sondern ein lymphoepitheliales Organ
- Diese epithelialen Retikulumzellen sind große sternförmige Zellen mit vielen Fortsätzen und einem großen Kern
- Sie besitzen auf der Zelloberfläche Antigene; die Differenzierung der Lymphozyten erfolgt durch direkten Zellkontakt mit den Epithelzellen und auf humoralem Weg über Hormone; durch Apoptose von selbstreaktiven Lymphozyten kommt es dabei zu einer klonalen Deletion
- Die Hassal'schen Körperchen bestehen aus zwiebelschalenartig aneinandergelagerten epithelialen Zellen; sie treten im Alter häufiger auf, ihre genaue Funktion ist aber unklar
- Der beim Kleinkind noch relativ große Thymus bildet sich mit der Zeit zurück und enthält beim Erwachsenen viel Fettgewebe
2. Lymphknoten:
- Die ersten Filterstationen eines Organes sind die regionären Lymphknoten, nachgeschaltete Lymphknoten nennt man Sammellymphknoten
- Sie besitzen eine Kapsel aus kollagenen Fasern und glatten Muskelzellen von der aus Bindegewebssepten (Trabekel) in das Innere einstrahlen; außerdem läßt sich die Rinde vom Mark unterscheiden
- Retikulumzellen bilden ein Maschenwerk aus Retikulinfasern, weshalb die Lymphknoten zu den lymphoretikulären Organen zählen
- Mehrere zuführende Lymphgefäße führen in einen lymphozytenarmen Spaltraum, den sogenannten Randsinus; von dort führen parallel zu den Trabekeln verlaufende Intermediärsinus die Lymphe in die weitlumigen Marksinus von denen ein ausführendes Lymphgefäß abgeht
- Die Sinus sind von einem Endothel ausgekleidet
- In der Rinde der Lymphknoten liegen die Sekundärfollikel mit einem helleren Zentrum, dem Keimzentrum aus Lymphoblasten und B-Lymphozyten, und einem dunkleren Wall von kleineren Lymphozyten
- Die Keimzentren enthalten follikulär dendritische Zellen; hier findet die Neubildung, Reifung, Apoptose und Phagozytose von Lymphozyten statt; wegen des hellen Zytoplasmas der Makrophagen erscheinen die Keimzentren hell
- Da in den Follikeln die B-Lymphozyten überwiegen nennt man sie auch B-Zellregion, die lymphozytenreichen Areale zwischen den Follikeln T-Zellregion oder parakortikale Zone; in der T-Zellregion kommen interdigitierende dendritische Zellen vor
- Hochendotheliale Venulen (HEV) mit einem kubischen Endothel erleichtern den Übertritt von Lymphozyten aus dem Blut in die Lymphe
- Den Lymphozyten werden von Freßzellen Antigene repräsentiert
- Primärfollikel mit gleichartigen kleinen Lymphozyten kommen nur vor, wenn noch keinerlei Antigenkontakt stattgefunden hat
3. Milz:
- Die Kapsel der Milz ist vom Peritoneum, einem einschichtigen Plattenepithel bedeckt; von ihr ziehen Trabekel in die Milz hinein
- Die Milz ist ein lymphoretikuläres Organ
- Sie besteht zu ca. 75% aus der roten Pulpa, eingestreut liegen 1-3 mm große weiße Knötchen aus Lymphozyten, die sogenannte weiße Pulpa; außerdem existiert noch eine sogenannte Marginalzone
| Verlauf der Arterien: | => A. splenica (A. lienalis) | |
| => Balkenarterien in den Trabekeln | ||
| => Zentralarterien liegen in der Mitte einer Scheide aus Lymphozyten und durchziehen somit die Lymphfollikel; sie münden in ein lockeres sinusoides Maschenwerk in der Marginalzone | ||
| => Pinselarterien | ||
| => Hülsenkapillaren | ||
| => Geschlossener Kreislauf | => Offener Kreislauf | |
| => Zwischen die Zellen (Pulpastränge) und durch Schlitze in der Wand zurück in die Sinus | ||
| => Sinus und Venen der roten Pulpa | ||
| => Balkenvenen | ||
| => V. splenica | ||
| => V. portae | ||
| => Leber | ||
- Die weiße Pulpa wird unterteilt in die periarterielle lymphatische Scheide (PALS) aus T-Lymphozyten und in die Sekundärfollikel, welche überwiegend B-Lymphozyten enthalten
- Die Makrophagen bauen in der roten Pulpa gealterte Erythrozyten ab, in der weißen Pulpa Kerntrümmer abgestorbener Lymphozyten und in der Marginalzone Antigene aus dem Blut
4. Tonsillen:
- Die Mandeln zählen zu den lymphoepithelialen Organen
- Von der Schleimhautoberfläche aus führen sich verzweigende Krypten in die Tiefe
- In den Krypten befindet sich ein schwammartig aufgelockertes Epithel von lymphatischen Zellen durchsetzt; eine kontinuierliche Basalmembran ist nicht vorhanden
- Unter dem Epithel befinden sich Sekundärfollikel; diese besitzen kappenartige Ansammlungen reifer Lymphozyten zum Epithel hin
- Zum Teil wurden den M-Zellen der Peyer'schen Plaques ähnliche Zellen beschrieben
5. MALG:
- Mukosa assoziierte lymphatische Gewebe
- Dazu zählen die Tonsillen, Peyer'schen Plaques, Darmassoziierte lymphatische Gewebe und die Appendix