Allgemeine Histologie
Spezielle Histologie
Leber
Funktionen:
- Stoffsynthese
- Speicherorgan für Glykogen
- Exokrine Drüse durch die Produktion von Galle zum Fettabbau im Darm
- Entgiftung
- Während der Fetalzeit: Blutbildung
Zentralvenenläppchen:
- Die Leber besteht aus ca. 1-1,5 Mio. Zentralvenenläppchen
- Es enthält eine zentral gelegene Vene und radial davon ausgehende Blutsinus und Leberzellbalken aus Hepatozyten
- In den Ecken der Zentralvenenläppchen liegen in den periportalen Feldern die Glisson'schen Trias, die aus Endästen der V. portae, der A. hepatica propria und einem interlobulären Gallengang bestehen; man bezeichnet sie als V. interlobularis, A. interlobularis und Ductus biliferus
- Das Bindegewebe ist in der Leber auf die Portalkanäle beschränkt und bildet hier die periportalen Felder; retikuläre Fasern begleiten die Blutsinus und bilden dadurch ein dünnes bindegewebiges Netz
Portalvenenläppchen:
- Bei dieser Art der Einteilung der Leber werden diejenigen Sinus und Leberzellbalken zusammengefaßt, die von einem Portalkanal aus versorgt werden
- Die abführenden Venen liegen an den Ecken des Läppchens
Leberazinus:
- Ein Azinus ist der von der Endstrecke einer Glisson'schen Trias versorgte Gewebekomplex
- Entsprechend der Abnahme des Sauerstoff- und des Metabolitengehalts des Blutes vom Portalkanal zur Zentralvene hin unterteilt man die Leberazini in drei Zonen
Leberzuflüsse:
- Ca. 70-80% des Blutes stammen aus der Pfortader, die das Vas publicum der Leber darstellt; sie hat Zuflüsse aus den unpaaren Bauchorganen, d.h. dem Magen, Darm, Pankreas und der Milz; die Pfortader zweigt sich in der Leber auf in die Vv. interlobulares
- Die A. hepatica propria, aus der ca. 20-30% des Blutes kommt, ist das Vas privatum der Leber; sie zweigt sich auf in die Aa. interlobulares
- Am Beginn der Sinusoide mischt sich das Blut der Pfortader mit dem der A. hepatica propria
- Aus den Zentralvenen sammelt sich das Blut in den Vv. hepaticae und gelangt von dort in die V. cava inferior
- Die Galle aus den Ductuli biliferi sammelt sich in den beiden Ductus hepatici dext. et sin. , und diese vereinigen sich zum D. hepaticus communis; von diesem ausgehend führt der D. coledochus zum Duodenum und der D. cysticus zur Gallenblase
Sinusoide:
- Ihr Lumen ist mit 9-12 um relativ weit
- Ihr Endothel besitzt Poren, d.h. es existieren keine Diaphragmen; man nennt die Endothelzellen deshalb auch Siebplatten
- Zwischen dem Endothel und den Hepatozyten liegt der ca. 0,3 um breite Disse'sche Raum, in den Mikrovilli der Hepatozyten hineinragen; im Disse'schen Raum existiert keine Basallamina des Endothels, es gibt aber ein Stützgerüst aus Kollagenfibrillen
- Die Endothelzellen besitzen Endozytoserezeptoren für denaturierte Plasmaproteine und acetyliertes LDL; außerdem beeinflussen sie die Durchblutung der Sinus
Kupffer'sche Sternzellen:
- Sie sind Makrophagen die zum MPS gehören
- Ihre Fortsätze reichen in den Disse'schen Raum und in die Sinusoide hinein
- Sie sind unter anderem verantwortlich für die Eliminierung von alten Erythrozyten
Ito Zellen:
- Sie sind Fettspeicherzellen, deren Lipidtropfen viel Vit. A enthalten
- Sie liegen im perisinusoidalen Raum
- Die Ito Zellen können außerdem Kollagen bilden und sind deshalb verantwortlich für die Vernarbung der Leber bei einer Leberzirrhose
Hepatozyten:
- Sie sind die eigentlichen Leberparenchymzellen, deren perisinusoidale Oberfläche mit Mikrovilli besetzt ist
- Ihre apikalen Membranen begrenzen das Lumen der Gallenkapillaren; dort existiert auch ein Schlußleistenkomplex zwischen den Leberzellen
- Die Hepatozyten können zwei Zellkerne enthalten oder auch polyploid sein, d. h. mehrere Chromosomensätze enthalten
- Sie enthalten viele Mitochondrien, ER und Glykogenpartikel
Gallenkapillaren:
- Die Galle enthält konjugierte Gallensäuren zur Emulgierung von Fett, konjugiertes Bilirubin, Bicarbonat und IgA
- Die Gallenkapillaren können Kontraktionen ausführen und dadurch auf bestimmte Reize hin die Galle auspressen
- Die Kapillaren sind über kurze Schaltstücke (=Hering-Kanälchen) mit den interlobulären Gängen verbunden
- Die peribiliären Körperchen in den Hepatozyten um die Gallenkapillaren herum sind Lysosomen
Gallenblase:
- Die Wand besteht aus einer faltigen Tunica mucosa, einer Tunica muscularis, Bindegewebe und z.T. einem Peritonealüberzug
- Zum Teil kommen Schleimhautkrypten vor
- Das Epithel ist einschichtig, hochprismatisch mit Bürstensaum und Schlußleistenkomplex; vereinzelt kommen auch Bürstenzellen vor
- Die Epithelzellen sezernieren Muzine und resorbieren NaCl und Wasser; durch diese Eindickung entsteht die sogenannte sekundäre Galle