Haut
- Die Haut (=Cutis) besteht aus der Epidermis (=Oberhaut) und der Dermis (=Lederhaut); Darunter liegt eine Schicht aus Fettgewebe (=Subcutis)
- Leistenhaut: Unbehaarte Haut die Handteller und Fußsohle bedeckt
- Felderhaut: Der Rest
1. Epidermis:
- Ist ein mehrschichtig verhorntes Plattenepithel aus Keratinozyten und toten Korneozyten (=Hornzellen)
- Die Korneozyten sind kernlose Zellen die mit Keratin gefüllt sind
- Die Epidermis sitzt mit einer Basallamina der Dermis auf; diesen aufgrund des mechanischen Halts und wegen der Platzreserve wellenförmigen Übergang nennt man die dermoepidermale Junktionszone
- Die Keratinozyten enthalten viele Intermediärfilamente und Desmosomen in der gesamten Dicke der Epidermis
- Zwischen der Mitose der Zellen im Stratum basale und der Abschilferung der Korneozyten vergehen ca. vier Wochen, die Hornschicht wird ca. alle zwei Wochen erneuert
Schichten der Epidermis:
| Stratum germinativum | Stratum basale | Einzelne Schicht zylindrischer, teilungsfähiger Zellen |
|---|---|---|
| Stratum spinosum | Es kommt zur Umorientierung der Zellachse | |
| Stratum granulosum | Enthält basophile Keratohyalingranula | |
| Stratum lucidum | Eine sehr dünne, hellere Schicht, die aber nur in der Leistenhaut vorkommt | |
| Stratum corneum | Schicht der kernlosen Korneozyten | |
Odland-Körperchen (=Lamellarkörperchen):
- Bilden eine zementartige Kittsubstanz in der Hornschicht
- Kommen im oberen Stratum spinosum vor
- Durch Exocytose der Odland-Körperchen entsteht eine breite lamellierte Lipidschicht, die den Interzellularspalt verschließt
Keratohyalingranula:
- Stark basophiles Material das die Keratinfilamente umschließt
- Sie enthalten Filaggrin das zur Aggregation der Keratinfilamente und dadurch zur Verhornung führt
Melanozyten:
- Dendritische Zellen neuroektodermaler Herkunft
- Helle Zellen die von einer Basallamina umgeben sind
- In den Melanosomen innerhalb der Melanozyten entsteht Melanin aus Tyrosin
- Die Melanosomen wandern in die Spitzen der Dendriten und werden von dort in die Keratinozyten transportiert
- Ein Melanozyt und die von ihm versorgten Keratinozyten bilden eine epidermale Melanineinheit
- Die Anzahl, Größe und Verteilung der Melanosomen in den Keratinozyten bestimmt die Hautfarbe
Langerhans-Zellen:
- Dendritische Zellen im Stratum spinosum
- Makrophagen die zum MPS gehören und Antigene präsentieren können
2. Dermis:
- Enthält viele Kollagenfaserbündel und elastische Fasern und ist deshalb sehr elastisch und reißfest
- Besteht aus einem locker gewebten oberflächlichen Anteil (=Stratum papillare, Corium) und einem tiefen, straffen Anteil (=Stratum reticulare); (In der schwarzen Reihe ist Corium ein Synonym für Dermis, im Benninghoff jedoch für das Stratum papillare!?!)
- Enthält Fibroblasten, Makrophagen und Mastzellen
3. Sinnesorgane:
Freie Nervenendigungen:
- Sind die häufigsten sensorischen Endorgane in der Haut
- Pinselförmige Aufsplitterungen und knopfförmige Verdickungen enden im Stratum granulosum
- Die Nervenfasern führen ohne Umschaltung ins Rückenmark
- Die freien Nervenendigungen dienen als Thermorezeptoren, Schmerzrezeptoren und Mechanorezeptoren
Merkel-Zellen:
- Liegen in der Basalschicht der Epidermis
- Die Merkel-Zellen besitzen einen großen, gelappten Zellkern und fingerförmige Ausläufer
- Die Übertragung der Signale von der Merkel-Zelle auf das Axon erfolgt an der Merkel-Scheibe
- Dienen als Mechanorezeptoren
Meissner'sche Tastkörperchen:
- Liegen im Stratum papillare, direkt unterhalb der Basalmembran in einer Epithelkrypte
- Besitzen eine länglich-ovale Form
- Dienen als Mechano- und Tastrezeptoren
Vater-Pacini'sche Körperchen:
- Liegen in der Dermis, aber auch an vielen anderen Orten im Körper
- Ein Innenkolben, der von einer Schwann-Zelle gebildet wird, ist von einer Kapsel, die aus dem Perineurium des peripheren Nervs besteht, umgeben
- Dienen als Mechanorezeptoren (Beschleunigungs- und Vibrationsdetektoren)
4. Hautdrüsen:
Talgdrüsen:
- Mehrschichtige, holokrine, azinöse Drüsen, die meistens an Haartrichter gebunden sind
- Machen das Haarkleid geschmeidig, wasserabstoßend und keimfeindlich
Ekkrine Schweißdrüsen:
- Tubulöse Drüsen deren Endstücke einschichtig und deren Ausführungsgänge zwei- bis dreischichtig sind
- Produzieren serösen Schweiß zur Temperaturregulation
Apokrine Schweißdrüsen:
- Tubulöse Duftdrüsen mit einem einschichtigen, kubisch bis hochprismatischen Epithel und sehr weitem Lumen
- Sind hauptsächlich auf den Achsel- und den Genitalbereich beschränkt