Bakteriologie
Virologie
Parasitologie
Mykologie
Würmer
1. Cestoden (Bandwürmer)
- Brauchen zwei Wirte: Der adulte Bandwurm im Endwirt ist harmlos, da er möglichst viele Eier legen will ohne »aufzufallen«, die Larve will jedoch in den Endwirt übersiedeln und wird dadurch für den Zwischenwirt gefährlich
Rinderbandwurm (Taenia saginata):
- Endwirt: Mensch; Zwischenwirt: Rind
- Der Mensch infiziert sich durch den Genuß von rohem, finnenhaltigem Fleisch
- Wird bis zu 10m lang; sein Scolex (Kopf) besitzt nur Saugnäpfe und keine Haken
- Diagnose: Nachweis der Proglottiden im Stuhl
- Therapie: Praziquantel
Schweinebandwurm (Taenia solium):
- Endwirt: Mensch; Zwischenwirt: Schwein, Mensch
- Wird 2-4m lang und besitzt einen Scolex mit Haken
- Zystizerkose: Befall durch Finnen über fäko-orale Übertragung von Eiern (auch Autoinfektion möglich)
- Im Muskel und subkutan: asymptomatisch oder unspezifisch
- Auge: Blindheit
- Neurozystizerkose: Epilepsie, Meningitis, Encephalitis, Hydrocephalus durch Ventrikelverschluß, Cauda equina Syndrom, kein Fieber, kein Meningismus, keine Nervenlähmungen
- Diagnose: Serologie, CT, Röntgen
- Therapie: Praziquantel (bei Neurozystizerkose zusammen mit Cortison); bei Zystizerkose chirurgische Maßnahmen
Hundebandwurm (Echinococcus granulosus):
- Endwirt: Hund; Zwischenwirt: Mensch, Paarhufer
- Verursacht die zystische Echinokokkose, wobei meistens die Leber befallen ist: Bauchschmerzen, allergische Reaktion (anaphylaktischer Schock), Fieber, Ikterus; es können aber auch alle anderen Organe befallen sein
- Diagnose: Sono, CT, Aspirationszytologie, Serologie (ELISA), IgE-Erhöhung, Eosinophilie
- Therapie: Chirurgisch, Zystenpunktion, Albendazol
Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis):
- Endwirt: Fuchs; Zwischenwirt: Mensch, kleine Nager
- Verursacht die alveoläre Echinokokkose bei der viele kleine Zysten entstehen
- Befällt ebenfalls häufig die Leber: Oberbauchschmerzen, Cholangitis
- Therapie: Lebertransplantation; durch das maligne Wachstum liegt die Mortalität bei 63-93% innerhalb von 10 Jahren
2. Nematoden (Fadenwürmer)
Madenwurm (Oxyuren, Enterobius vermiculris):
- Befällt vor allem Kinder; die Übertragung erfolgt fäko-oral über die Fingernägel oder verschmutzte Bettlaken; die Würmer werden direkt von einem Wirt zum nächsten weitergegeben
- Verursacht perianalen Juckreiz, Vulvitis, Gewichtsverlust, Entwicklungsstörungen
- Diagnose: Tesastreifen auf die Analhaut pappen und unter dem Mikroskop nach Eiern suchen
- Therapie: Albendazol / Mebendazol
Peitschenwurm (Trichuris trichiura):
- Fäko-orale Übertragung durch reife Eier im Boden
- Nach einer Präpatenz von 60 Tagen kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, blutig-schleimigen Durchfällen und Entwicklungsstörungen kommen, häufig sind die Infektionen jedoch asymptomatisch
- Diagnose: Einachweis im Stuhl
- Therapie: Albendazol / Mebendazol
Spulwurm (Ascaris lumbricoides):
- Die Übertragung erfolgt »modifiziert direkt«, d.h. im Boden reifen aus den Eiern infektionsfähige Larven heran die oral auf den Menschen übertragen werden
- Die Larven wandern vom Dünndarm über die Venen in die Leber und von dort über das Herz in die Lunge; von dort gelangen sie über die Trachea wieder in den Magen-Darm-Trakt und entwickeln sich zum adulten Wurm; Spulwürmer können bis zu dreißig Zentimeter lang werden
- Können das ZNS, die Augen, den Bauch befallen, das Löffler-Syndrom eine Pneumonie sowie einen anaphylaktischen Schock verursachen
- Diagnose: Stuhl-Mikroskopie, Eosinophilie
Hundespulwurm (Toxocara canis):
- Wird ebenfalls modifiziert direkt übertragen, besonders bei engem Kontakt mit Hunden und Katzen; der Kontaminationsgrad in Deutschland ist sehr hoch
- Die Larven können vom Dünndarm in Leber, Lunge, ZNS, Auge, Muskulatur und andere Organe gelangen
- Die Infektion verläuft meist symptomlos, kann aber auch zu sehr vielgestaltigen und unspezifischen klinischen Symptomen führen
- Diagnose: Serologie, Eosinophilie
- Therapie: Albendazol