Pilze
- Pilze sind Eukaryonten, sind heterotroph und besitzen eine Zellwand die jedoch anders aufgebaut ist als die der Bakterien
- Sie produzieren Antibiotika, Cyclosporin (ein Immunsuppresivum) und andere medizinisch wichtige Stoffe
- Sie können oft hochtoxische Mykotoxine produzieren wie z.B. alpha-Amanitin, Aflatoxin oder Ergotamin (=>Antoniusfeuer)
- Sie vermehren sich asexuell über Sporen und sexuell über Fruchtkörper; die Sporen können Auslöser von Allergien sein
- Flechten stellen eine Symbiose aus Pilzen und Algen dar
DHS-System:
| Dermatophyten | Hefen | Schimmelpilze |
|---|---|---|
| Befallen auch gesunde Menschen; sind zum Beispiel Verursacher des guten alten Fußpilz | Verursachen nur opportunistische Infektionen | Verursachen nur opportunistische Infektionen |
| z.B. Candida albicans, Candida glabrata, Candida krusei | z.B. Aspergillus fumigatus | |
| Dimorphe Pilze | ||
| Befallen auch gesunde Menschen | ||
1. Hefen
- Bilden kein echtes Mycel sondern nur ein Pseudomycel; die ungeschlechtliche Vermehrung erfolgt indem die Blastosporen Tochterzellen abschnüren
- Es handelt sich immer um endogene Infektionen, da Candida auch bei Gesunden auf allen Schleimhäuten vorkommt
- Verursachen Haut- und Nagelinfektionen, Mundsoor, Ösophagitis, intestinale Candidose, Vulvovaginitis, Balanitis, Windeldermatitis; auch ein isolierter Organbefall, z.B. von Leber, Lunge oder Nieren, oder eine Disseminierung mit Fungämie und Septikämie ist möglich; systemische Candidosen gehen häufig nur mit subfebrilen Temperaturen einher und sind deshalb schwerer zu diagnostizieren als zum Beispiel eine bakterielle Sepsis
- Cryptococcus neoformans: Kommt auf Getreide vor, aber auch in Vögeln und wird über deren Ausscheidungen durch Inhalation auf den Menschen übertragen (exogene Infektion); verursacht vor allem bei AIDS-Patienten Meningitis und Encephalitis; ist bei Verdacht durch eine Tuschefärbung aufgrund seiner dicken Schleimkapsel leicht nachweisbar; bei einer Infektion ist eine lebenslange Erhaltungstherapie notwendig, da Cryptococcus neoformans im Körper persistiert
2. Schimmelpilze
- Bilden ein echtes Mycel
- Die Infektion erfogt exogen durch die Inhalation von Sporen, was für gesunde Menschen aber normalerweise kein Problem darstellt
- Verursachen Ohrmykose (sog. »Schwimmerohr« z.B. durch A. niger oder A. flavus), Infektionen der Nasennebenhöhlen mit der Gefahr einer cerebralen Mykose, Aspergillom, invasive Aspergillose (sehr oft klinisch unauffällig, z.B. bei Immunsupprimierten), Asthma, allergische bronchopulmonale Aspergillose
- Mukormykose: Typisch für Diabetiker geht diese opportunistische Infektion durch eine Inhalation von Sporen von den Nasennebenhöhlen aus und dringt relativ häufig ins Gefäßsystem oder ins Gehirn ein; es kann aber auch zur Infektion von Lunge, Gastrointestinaltrakt oder Haut kommen
3. Dimorphe Pilze
- Sind z.B. Verursacher der Histoplasmose, die vor allem bei AIDS-Patienten in Amerika auftritt
4. Antimykotika
Polyene:
- z.B. Amphotericin B: Zwei Moleküle bilden eine Pore, die sich in die Membran der Pilze einlagert; wirkt nicht gegen Dermatophyten und wird im Magen-Darm-Trakt kaum resorbiert; besitzt eine hohe Nephrotoxizität und wird deshalb kaum systemisch sondern eher lokal angewendet
- Nystatin: Wird nur lokal angewendet und kann bei Mykosen des Magen-Darm-Trakts oral verabreicht werden da es nicht resorbiert wird
5-Fluor-Cytosin:
- z.B. Flucytosin: Antimetabolit des Cytosins; ist nicht wirksam gegen Mucor, dimorphe Pilze und Dermatophyten; wird in Kombination mit Amphotericin B gegeben da es dessen Toxizität reduziert und besitzt eine gute Liquorgängigkeit
Imidazole:
- Stören die Synthese des Ergosterols; finden vor allem bei Schleimhautmykosen Anwendung
- z.B. Fluconazol: Wirkt nicht gegen Aspergillen und Dermatophyten; besitzt ebenfalls eine gute Liquorgängigkeit
- z.B. Itraconazol: Wirkt auch gegen Aspergillen, ist jedoch nur oral verfügbar