Medikamenteninduzierter Lupus Erythematodes
Ätiologie:
- Medikamente wie:
- Procainamid (Klasse Ia Antarhythmikum)
- Hydralazin (Vasodilatator)
- Isoniazid (Antituberkulostatikum)
- Chlorpromazin (Neuroleptikum, H1-Blocker)
- D-Penicillamin (Antirheumatische Basistherapie, Sklerodermie, M. Wilson)
- Practolol
- Methyldopa (Antihypertonikum)
- Chinidin (Klasse Ia Antiarhythmikum)
- Interferon-alpha (Virustatikum)
- Hydantoin
- Ethosuximid (Antikonvulsivum)
- Orale Kontrazeptiva
- ...und viele, viele weitere
- Genetische Disposition (HLA-DR4, langsame Acetylierer)
Epidemiologie:
- Das Geschlecht spielt im Gegensatz zum SLE keine Rolle
- Auftreten bevorzugt im höheren Lebensalter
Klinik und Diagnose:
- Die Symptomatik ist in der Regel erheblich milder als beim SLE
- Die Diagnose eines medikamentös induzierten LE kann auch bei Auftreten von nur einem der für den systemischen LE typischen Symptome gestellt werden
- Häufig sind Arthralgien, Polyarthritis und Pleuroperikarditis. Nieren- und ZNS-Beteiligung sind sehr selten. Es können aber alle Symptome auftreten, welche auch beim SLE auftreten können
- Manche Medikamente verursachen eine für sie spezifische Symptomatik
- Alle Patienten besitzen ANAs und die meisten anti-Histon Antikörper
- Anti-dsDNA Ak und Hypokomplementämie sind im Gegensatz zum systemischen Lupus Erythematodes selten
Therapie:
- Absetzen des Medikaments
- Bei schwerer Symptomatik Kurzzeit-Glucocorticoidtherapie
Prognose:
- Absetzen des Medikaments führt in der Regel innerhalb von Wochen zu einer Besserung
- Der ANA-Titer bleibt in der Regel relativ lang erhöht