Fibromyalgie
Epidemiologie:
- Prävalenz: ca. 2 %, Häufigkeitsgipfel zwischen 50 und 55 Jahren
- Verhältniss Frauen / Männer 8:1
Pathogenese:
- Unbekannt
- Nachgewiesen wurden: Störungen im Serotoninmetabolismus, Störungen im Stadium 4 des NREM-Schlafes, Verminderung von Somatomedin C, Erhöhung von Substanz P und NGF (Nerve growth factor) im Liquor
- Eventuell ist die Schmerzschwelle der Patienten erniedrigt
Klinik:
- Generalisierte muskuloskeletale Schmerzen und Steifigkeit des Rumpfes, des Hüft- und Schultergürtels, Muskelschmerzen nach geringer körperlicher Anstrengung, Gelenkschmerzen, Morgensteife, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Parästhesien, Raynaud-Phänomen, Schlafstörungen, leichte Ermüdbarkeit, Depression, Ängstlichkeit
Diagnose:
- Schmerzen an mindestens 11 von 18 genau definierten Tender-Points die durch einen relativ leichten Druck hervorgerufen werden können der bei Gesunden noch keinen Schmerz hervorruft, jedoch ohne tastbare Muskelverhärtung o. ä.
- Die diffusen Schmerzen müssen mehr als drei Monate andauern
- Labor, Muskulatur und Gelenke unauffällig
Tenderpoints:
- Suboccipitaler Muskelansatz
- C5-C7 Querfortsätze, anteriolateral
- M. trapezius, mitte des oberen Randes
- M. supraspinatus, oberhalb der Mitte der Spina scapulae
- II. Rippe, Knorpel-Knochengrenze
- Epicondylus lateralis, 2 cm distal
- M. glutaeus, oberer lateraler Quadrant
- Trochanter major, dorsal der Prominentia
- Kniegelenk medial, proximal der Gelenklinie
DD:
- Hypo- und Hyperthyreose, Polymyalgia rheumatica, chronisches Müdigkeitssyndrom (Chronic fatigue syndrome)
Therapie:
- Trizyklische Antidepressiva wie Amitryptilin oder Doxepin (10-25 mg), Tropisetron
- NSARs oder Glukokortikoide sind meist nicht wirksam
- Körperliche Aktivität
- Wärme und Massage helfen meist nur kurzfristig
- Außerdem werden Akupunktur, Biofeedback, Hypnotherapie, Streßmanagement oder autogenes Training versucht
Prognose:
- Manchmal intervallartig, manchmal persistierend
- Die Prognose ist in der Regel schlecht