Tuberkulose
- Weltweit erkranken jährlich zwischen 9 und 15 Millionen Menschen an Tuberkulose und circa 3 Millionen sterben daran
- Mykobakterien sind langsam wachsende, säurefeste Stäbchen die spezifische Entzündungsreaktionen auslösen
Einteilung:
- Mycobacterium leprae
- Mycobacterium tuberculosis Komplex: M. tuberculosis, M. bovis, M. bovis-BCG, M. africanum (Verursachen alle Tuberkulose und werden alle gleich behandelt)
- Atypische Mykobakterien
- Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, wobei von 100 Kontaktpersonen eines an Tuberkulose Erkrankten 10 infiziert werden und einer davon selbst erkrankt
Infektionsverlauf:

- Der Primärkomplex bildet sich meistens in der Lunge und besteht aus einem entzündlichen, exsudativen Herd sowie einer Reaktion der regionären Lymphknoten; es kann außer der Lunge aber auch zu einem primären Befall anderer Organe wie zum Beispiel des Darms kommen
- 95% aller Primärinfektionen verlaufen asymptomatisch; gelegentlich treten unspezifische Allgemeinsymptome, Fieber oder Gelenkbeschwerden auf
- Bei einer Reaktivierung einer latenten Infektion kommt es zu Inappetenz, Gewichtsabnahme, subfebrilen Temperaturen, Leistungsknick, Nachtschweiß, und bei weiterem Fortschreiten zu Husten, Hämoptysen und atemabhängigen Schmerzen
- Durch eine Immunreaktion vom verzögerten Typ entwickeln sich die charakteristischen Tuberkel mit epitheloiden Zellen, Langhans-Riesenzellen, Lymphozyten und einer zentralen Nekrose
- Bei immuninkompetenten Personen kann es durch hämatogene Streuung der Erreger zu einer Miliartuberkulose kommen (-> Landouzi-Sepsis)
- Diagnose: Anamnese; Röntgen-Thorax; Tuberkulintest; Erregernachweis in Sputum, Bronchialsekret, Magensaft, Liquor, Urin, Punktaten oder Blut entweder mikroskopisch nach Ziehl-Neelson-Färbung, in Kultur (Dauer 4-6 Wochen) oder durch DNA-Nachweis
- Beim Tuberkulintest (Mendel-Mantoux-Test) wird Filtrat einer Mykobakterienkultur intrakutan appliziert; eine positive Hautreaktion nach 72-96 Stunden deutet darauf hin, daß der Patient irgenwann einmal Kontakt mit den Tuberkuloseerregern hatte, ist jedoch kein Beweis für eine akute Infektion da zum Beispiel auch eine abgeheilte Infektion oder eine Impfung zu einer positiven Reaktion führen
- DD der verschiedenen Arten von Mykobakterien: PCR, Sequenzierung der 16S-rRNA, Sondentechniken, mikroskopisch (Cord-Phänomen), Morphologie, etc.
- Therapie: Erfolgt durch Tuberkulostatika: Zwei Monate Rifampicin (RMP) + Isoniacid (INH) + Pyracinamid (PZA) + Ethambutol (EMB) (evtl. auch Streptomycin); anschließend vier Monate lang Rifampicin + Isoniacid; da es sehr schnell zur Resistenzentwicklung kommt handelt es sich immer um eine Kombinationstherapie
- Prävention: Expositionsprophylaxe durch Isolation von an offener Tbc Erkrankten; bei einer Tuberkulinkonversion oder bei der Gefahr einer Reaktivierung wie zum Beispiel bei Immunsupprimierten: sechs Monate Isoniacid; eine Impfung durch BCG ist möglich, wird aber nur bei Risikopersonen durchgeführt
Atypische Mykobakterien:
- Werden auch als MOTT bezeichnet (Mycobacteria other than tuberculosis)
- Infektionen treten meist nur bei immunsupprimierten Patienten wie zum Beispiel AIDS-Patienten auf
| Pneumonie: | M. kansasii, M. avium, M. intracellulare; vor allem bei einer vorgeschädigten Lunge wie bei Rauchern oder durch Fibrosen |
|---|---|
| Lymphadenitis: | M. avium, M. scrofulaceum |
| Subkutane Knoten / Abszesse: | M. kansasii, M. haemophilium, M. chelonae; können nach Verletzungen auftreten |