Endokarditis
- Die Letalität ist mit 20-30% relativ hoch
- Man unterscheidet eine infektiöse von einer nicht-infektiösen Endokarditis, eine akute von einer subakuten Form sowie eine Endokarditis bei nativen und bei künstlichen Herzklappen
| Subakute Verlaufsform (60%) | Akute Verlaufsform (40%) |
|---|---|
| Dauert länger als 6 Wochen | Akuter Verlauf mit Schüttelfrost, hohem Fieber, progredienter Herzinsuffizienz und eventuell septischen Metastasen in anderen Organen |
| Ist durch eine B-Symptomatik, Gelenkschmerzen und Hämaturie gekennzeichnet | |
| Häufiger Erreger: Streptokokkus viridans | Häufiger Erreger: Staphylokokkus aureus |
| Tritt vor allem bei vorgeschädigten Klappen oder Prothesen auf und zwar vor allem an der Mitral und - oder Aortenklappe | Tritt auch bei gesunden Herzklappen auf, vor allem an der Aorten-, seltener an der Mitralklappe |
Häufigste Erreger
- bei nativen Klappen: Orale Streptokokken, Staph. aureus, Enterokokken
- bei künstlichen Klappen: Koagulase negative Staphylokokken, Staph. aureus, gramnegative Stäbchen
- bei Drogenabhängigen: Staph. aureus
Diagnostik:
- Fokussuche (Eindringungsstelle); z.B. im Mund-Rachen-Bereich (Zahnbehandlung)
- Labordiagnostik: Anämie, Proteinurie, Rheumafaktoren
- Echokardiographie (evtl. transösophageal)
- Blutkultur: 3-4 peripher-venöse Blutabnahmen vor Therapiebeginn
- DD: Kulturnegative Erreger: Legionellen, Chlamydien, Bartonellen, Coxiella, Brucella, Erreger der HACEK-Gruppe
Therapie:
- Hochdosierte bakterizide Langzeittherapie zunächst mit Ampicillin und einem Aminoglykosid, besser nach Antibiogramm
- Chirurgischer Klappenersatz