Allgemeine Histologie
Spezielle Histologie
Knorpel
- Besitzt eine hohe Druck- und eine gewisse Zugelastizität
- Die Zellen des Knorpels sind die basophilen Chondrozyten die sich zu kleinen Gruppen zusammenlagern und somit die sogenannten Chondrone bilden; die Zellen der Chondrone sind isogene Zellen, d.h. sie sind durch Teilung aus einer Zelle entstanden; deshalb ist die Anzahl der Zellen in den Chondronen immer geradzahlig
- Um die Chondrozyten liegt die sogenannte Lacune die aber wahrscheinlich nur ein Schrumpfungsartefakt bei der histologischen Präparation ist
- Um die Lacune liegt die sogenannte Kapsel; danach folgt das Territorium (=Hof) und die interterritoriale Substanz; die Kapsel ist dabei stärker gefärbt als das Territorium und dieses wiederum stärker als die interterritoriale Substanz
- Der Knorpel ist vom Perichondrium umgeben welches aus straffem kollagenem Bindegewebe besteht
- Die Interzellularsubstanz besteht zu ca. 70% aus Wasser zu ca. 4% aus mineralischer Substanz, aus Glykosaminoglykanen und Proteoglykanen (z.B. Hyaluronsäuremoleküle an denen Aggrecan haftet mit Chondroitinsulfat, Dermatansulfat oder Keratansulfat als Glykosaminoglykanketten)
- Die negativ geladenen (basophilen) Seitenketten sind von Wassermolekülen umgeben und stoßen sich gegenseitig ab wodurch die prallelastische Druckfestigkeit des Knorpels zustande kommt
- Fibrillen aus Kollagen Typ II wirken dem Quellungsdruck der Proteoglykane entgegen und bieten dadurch eine gewisse Zugfestigkeit; dabei ist das Kollagen im Knorpel maskiert, im Lichtmikroskop also nicht sichtbar
- Knorpel enthält keine Blutgefäße; die Ernährung des Knorpels erfolgt intermittierenden Druck und eine gewisse »Durchwalkung« bei Belastung
- Vom Perichondrium und vom subchondralen Knochen aus ist in geringem Maße eine Regeneration des Knorpels möglich; außerdem findet von hier aus eine ständige Erneuerung des Knorpels statt; beides erfolgt jedoch nur sehr langsam
Hyaliner Knorpel:
- Vorkommen: Gelenkknorpel, Rippenknorpel, Nasenknorpel, Kehlkopfskelett, Trachea, Epiphysenfuge
- Hyaliner Knorpel erscheint im Lichtmikroskop bläulich durchsichtig
Faserknorpel:
- Vorkommen: Zwischenwirbelscheiben, Disci und Menisci, Hypomochlie?, Symphyse und am Ansatz von Sehnen an Knochen
- Die Chondrozyten liegen einzeln in Reihen
- Der Anteil an Interzellularsubstanz ist relativ hoch, es gibt nur wenige Chondrone
- Aufgrund des hohen Faseranteils ist der Faserknorpel stark auf Zug beanspruchbar
- Entsteht aus straffem kollagenem Bindegewebe
Elastischer Knorpel:
- Vorkommen: Ohrknorpel, Kehldeckel (=Epiglottis)
- Enthält elastische Fasern und langgestreckte kollagene Fasernetze
- Die Fasernetze sind nur in Elastika-Färbungen sichtbar