Binde- und Stützgewebe
Funktionen:
- Halte- und Bindefunktion
- Regulierung des Wasserhaushalts
- Regulierung des Stoffaustauschs
- Immunabwehr
- Spezifische (ortsansässige, fixe) Zellen bilden Fasern (geformten Anteile) und Grundsubstanz (ungeformte Anteile)
- Eingewanderte (freie, mobile) Zellen dienen der Abwehr
1. Spezifische Zellen:
Fibroblasten:
- Synthetisieren Fasern und Grundsubstanz (zusammen die extrazelluläre Matrix)
- Besitzen einen langen, dünnen Zellkern mit vielen Fortsätzen
- Es ist kaum ein Zytoplasma erkennbar
- Werden meistens mit den Fibrozyten gleichgesetzt
Retikulumzellen:
- Kommen nur in lymphatischen Organen und im roten Knochenmark vor
- Dienen der Synthese des Prokollagens der retikulären Fasern, von Glykoproteinen und Proteoglykanen
- Besitzen einen großen, ovalen, euchromatischen Kern und viele Zellfortsätze
2. Eingewanderte Zellen:
Mastzellen:
- Rund bis oval, mit rundem bis ovalem Zellkern
- Metachromatische Granula enthalten Histamin, Heparin und Chondroitinsulfat
- Exozytose der Granula aufgrund von unspezifischen Reizen oder Antigen-Antikörperkontakt führt zu allergischen Reaktionen und Entzündungszeichen (Juckreiz, Vergrößerung der Venulen => Schwellungen (Asthma), Steigerung der Magensäureproduktion)
Plasmazellen:
- Exzentrisch liegende Zellkerne mit radspeichenartig angeordnetem Heterochromatin (Hab' ich zwar nie gesehen, man erkennt sie aber trotzdem ganz gut.)
- Enthalten viel RER => basophiles Zytoplasma
- Entstehen nach Antigenkontakt aus B-Lymphozyten
- Sezernieren Immunglobuline ins Blut, in die Lymphe, auf Schleimhautoberflächen (durch Transytose) und in die Muttermilch
Histiozyten (=Makrophagen):
- Entstehen aus Monozyten
- Sind amöboid beweglich
- Dienen der Phagozytose und dem lsosomalen Abbau von Fremdkörpern, Bakterien, Viren etc.
- Präsentieren Fragmente der phagozytierten Partikel an MHC II Proteinen
Lymphozyten und Granulozyten:
3. Fasern:
Kollagene Fasern:
- Sehr zugfest, geringe Dehnbarkeit => hohe mechanische Widerstandskraft
- Lagern sich zu Bündeln zusammen
- Bestehen aus Kollagen vom Typ I
- Kommen zum Beispiel vor in der Lederhaut, in Sehnen und Bändern
- Erscheinen in der HE-Färbung rosa bis rot
Retikuläre Fasern:
- Bilden ein begrenzt dehnungsfähiges perizelluläres Gerüst, besitzen weniger eine mechanische Funktion
- Bestehen aus netzartig verzweigten Fasern aus Kollagen Typ I und III
- Lassen sich mit Silbersalzen anfärben (Ag+ + e- -> Ag ; => schwarze Fasern)
- Kommen zum Beispiel in Basalmembranen und im Stroma der Organe vor
Elastische Fasern:
- Sind gut dehnbar (100-150%) und besitzen eine hohe Rückstellkraft
- Bestehen aus quervernetzten Tropoelastinmolekülen und elastischen Mikrofibrillen aus Fibrillin
- Besitzen im Elektronenmikroskop ein homogenes Aussehen
- Kommen vor in elastischen Bändern, im elastischen Knorpel und in elastischen Blutgefäßen (z.B. der Aorta)
- Defekt in einem Gen der Fibrillinsynthese führt zum Marfan Syndrom
Kollagentypen:
- Kollagenfibrillen bestehen aus Tripelhelices
- Jede dritte Aminosäure ist Glycin
- Im Elektronenmikroskop erscheinen quergestreifte Fasern
- Fibrilläre Kollagene:
- Straffes u. lockeres kollagenes Bindegewebe (z.B. Haut, Sehnen, Sklera, Cornea) Knochen
- Knorpel
- Lockeres Bindegewebe, retikuläre Fasern
- Nichtfibrilläre Kollagene:
- Lamina densa der Basallaminae, Verankerungsplaques
4. Grundsubstanz:
- Wird wie die Kollagenfibrillen von den Fibroblasten gebildet
- Bilden ein Maschenwerk aus Makromolekülen
Glykosaminoglykane (GAG):
- Polysaccharidketten aus repetitiven Disaccharideinheiten
- Die Disaccharide besitzen Carboxyl- und/oder Sulfatreste mit negativen Ladungen und einen Aminozucker (Glucosamin, Galaktosamin)
- Sie sind polyanionisch (stark sauer) und binden deshalb basische Farbstoffe bis hin zur Metachromasie
- Quellen z.T. stark
- Beispiele: Heparin, Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure
Proteoglykane:
- Bestehen aus einem Kernprotein und Seitenketten aus sulfatierten Glykosaminoglykanen (Polyanionisch)
- Spielen eine Rolle bei der Haftung und Wanderung von Zellen
- Aktivieren Wachstumsfaktoren
Glykoproteine:
- Kurze Kohlehydrateinheiten, der Proteinanteil überwiegt
- Verantwortlich für die Verankerung von Zellen an der extrazellulären Matrix und ihre Bewegung
- Lassen sich durch die PAS-Reaktion anfärben
- Beispiele: Fibronektin, Laminin (verbinden Integrine in der Plasmamembran mit Basalmembranen)
5. Bindegewebesformen:
Mesenchymales Bindegewebe:
- Embryonale Bindegewebe aus dem Binde- und Stützgewebe, glatte- und Herzmuskulatur entstehen
- Mesenchymzellen bilden ein weiträumiges Maschenwerk
- Extrazelluläre Matrix enthält vor allem Hyaluronsäure ist aber faserfrei
Gallertgewebe:
- Kommt nur in der Nabelschnur vor
- Enthält Hyaluronsäure, kollagene und retikuläre Fasern
- Schützt die Nabelschnur durch sein hohes Wasserspeicherungsvermögen vor dem Abknicken
Faserarmes Bindegewebe: | Lockeres kollagenes Bindegewebe: |
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| Retikuläres Bindegewebe: |
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Faserreiches Bindegewebe: | Straffes geflechtartiges Bindegewebe: |
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| Straffes parallelfaseriges Bindegewebe: |
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| Elastische Bänder und Sehnen: |
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